Auswilderungsgärten gesucht!

Es kommt immer wieder vor, dass ein in meiner Station gesund gepflegter Igel zum Auswildern nicht wieder an den Fundort zurück kann.

Ich somit die Möglichkeit, solche Igel zu vermitteln an tierliebe, verantwortungsvolle Menschen, die die Igel gern haben und einen geeigneten Garten besitzen, in dem ein oder zwei Igel artgerecht ausgewildert werden können.

 

Artgerecht bedeutet für einen Garten mit Igeln: 

  • Es muss für mindestens 14 Tage eine Igelfutterstelle und von Mitte März bis Ende November eine saubere Wasserstelle eingerichtet werden.
  • Der Garten muss leicht zugänglich und zu verlassen sein für Igel: Jägerzäune, Zäune mit Zwischenraum zum Boden, Löcher in Maschendrahtzäunen etc.
  • Der Garten und seine Umgebung sollten nach den Richtlinien gelegen, gestaltet und gepflegt werden, die Sie unter dem Beitrag:https://www.igelberatung-hannover-sued.de/allgemeine-informationen/igelfreundschaft-im-garten/ auf meiner Webseite beschrieben finden. 
  • Für eine Auswilderung wäre es notwendig, dass vorübergehend draußen mit anbrechender Dunkelheit eine Igelfutterstelle eingerichtet würde. 
  • Sorgen Sie für ein naturnahes Nest für den Igel im Garten: mit Haferstroh oder Blättern gefülltes Holz-Igelhaus, Stein-Igelhöhle, angelehntes Brett mit Haferstroh dahinter oder Ähnliches; 
  • im Herbst zusätzlich immer einen knie- bis hüfthohen Laubhaufen an windgeschützter Stelle zusammenharken, den Sie am besten unter eine Konifere oder ein Gebüsch harken und mit Reisig und kleinem Geäst beschweren, damit der/die Igel sich ein schönes Winterschlafnest bauen können. 
  • Im Frühjahr füttert man ca. 10 Tage, damit der Igel, während er lernt, was er in der Natur erbeuten und fressen kann, nicht hungern und abnehmen muss oder in eine ungewisse Zukunft ohne jede Restbetreuung abwandert.
  • Lesen Sie sich bitte aufmerksam die Texte zu den Fragen Nr. 13, 23 und 26 zu Futterstelle und Auswilderung.

Wenn Sie alle in den Texten vorgestellten Voraussetzungen erfüllen möchten und können, würden Sie ein gutes Werk tun, und wir wären Ihnen dankbar.

 

Die Lage eines Gartens mit Igeln:

  • Der Garten sollte nicht an Straßen liegen, die nachts auch nur mäßig befahren sind.
  • Direkt am Waldrand gelegene Gärten eignen sich leider nicht: Der Igel ist kein Waldtier, sondern sein natürlicher Lebensraum sind offene Wiesenlandschaften. Aus einem nahegelegenen Wald kommen Marder, Fuchs, Waschbär etc., fallen über die Igelfutterstelle und mitunter auch über die Igel her.
  • Direkte Nachbarschaft zu intensiv bewirtschafteten landschaftlichen Nutzflächen oder zweimal im Jahr gemähten Wiesen ist ebenfalls ungünstig, da die Igel dann gleich mit gemäht werden.
  • Gebiete mit Marder, Dachs, Fuchs, Waschbär oder Uhu als gelegentlichem Besuch sind für Igel ein „No-go”.

 

Sonderfall: abgeschlossener Garten/Freigehege für Rekonvaleszenten oder Invaliden

Igel mit amputiertem Hinterbein, Igel mit Lücken im Stachelkleid und Ähnliches brauchen ein großes, ausbruchsicheres Freigehege oder einen hermetisch abgeschlossenen Garten, um während eines längeren Gesundungsprozesses naturnah zu Kräften zu kommen.

Blinde oder zahnlose Igel können nicht mehr ausgewildert werden und brauchen dauerhaft ein großes Freigehege oder einen hermetisch abgeschlossenen Garten für ihren Lebensabend. Besonders Atriumgärten oder ringsherum mindestens 50 cm hoch lückenlos ummauerte Gärten sind für invalide Igel ideal.

Die Erlaubnis für eine dauerhafte Unterbringung eines Igels in Gefangenschaft muss behördlich beantragt und und erteilt werden, sonst macht man sich strafbar.

Bezüglich des Baus eines temporär zu nutzenden Freigeheges setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Es müssen mindestens 15 qm zur Verfügung stehen. Igel sind Ausbruchskünstler. Beim Bau eines Igel-Freigeheges muss man mit Know-how vorgehen und mit einem nicht unerheblichen Aufwand rechnen.

Selbstverständlich muss sichergestellt sein, dass ein solcherart freiheitsberaubter Igel täglich mit Futter und Wasser versorgt wird, dass er ab und zu hochgenommen, angesehen und gewogen wird und dass ihm für den Tagesschlaf und ggf. für den Winterschlaf geeignete Unterschlüpfe ohne Rattenbesuch eingerichtet werden. 

Ständiger Lärm z. B. durch spielende Kinder oder Störungen z. B. durch zum Haushalt gehörige, nicht gut erzogene und/oder im Garten unbeaufsichtigte Hunde mit Jagdinstinkt sind ungünstig.

 

Kontaktieren Sie mich bitte per Email.

Gerne können Sie Fotos und die Adresse Ihres Gartens schicken, damit mir die Gegebenheiten und die Lage ansehen kann.