17. Wie kann ich einem Igel unter den Bauch sehen, und wie unterscheide ich Igel-Männchen und Igel-Weibchen?
Oktober 7, 202619. Wie befreie ich einen Igel von Flöhen, Zecken und Milben?
Oktober 7, 202618. Ich beobachte einen Igel, der sich auffallend oft kratzt.
Woran kann das liegen, und was sollte ich dagegen tun?
Wenn ein Igel sich kratzt, kann der Juckreiz von Flohstichen, Herbstgrasmilben, von einer Pilzinfektion, einer bakteriellen Hautinfektion (Dermatitis) und/oder einem Befall mit anderen Milbenarten herrühren.
Flöhe können Sie mit bloßem Auge sehen. Man sprüht den Igel mit Permethrin oder, vorsichtig, mit Frontline-Spray (kein Spot-on!!) ein. Lesen Sie dazu bitte unbedingt den Text zu Frage Nr. 19.
Herbstgrasmilben sondern orangefarbene krümelige Substanzen ab, mit Vorliebe in den Achseln, um die Augen und Ohren herum und an den Zitzen. Bei Herbstgrasmilben behandelt man ebenso wie bei einem Flohbefall (Text zu Frage Nr. 19). Man kann bei einem Befall in Augennähe ein bisschen Spray in ein kleines Gefäß sprühen, ein Wattestäbchen hineintauchen und die befallenen Stellen vorsichtig betupfen.
Es können allerdings auch intensiv-behandlungsbedürftige Erkrankungen vorliegen. Lesen Sie hierzu bitte den Text zu Frage Nr. 10.
Hautpilz bei Igeln ruft eine weißliche Haut hervor, die aussieht, als wäre sie mit Mehl bestäubt. Bei stärkerem Befall bilden sich weiße Gespinste zwischen den Stacheln, und schließlich führt das zu flächigem Stachelausfall. Da ein solcher Igel seine Artgenossen ansteckt und so ein Pilz nicht von selber wieder weggeht, ist es sinnvoll, ihn aufzunehmen und konsequent zu behandeln. Vorsicht: Igel-Hautpilz ist auch für den Menschen extrem ansteckend.
Eine Dermatitis (bakterielle Hautentzündung) ist nicht immer leicht von einem Pilz zu unterscheiden. Ab und zu kommt auch beides zusammen vor. Bei einer Dermatitis ist die Haut stark gerötet, schuppt sich und nässt auch bisweilen, besonders häufig an den stachellosen, (ehemals) behaarten Körperpartien. Die Haut kann sich dabei verhärtet und ledrig anfühlen. Beides sind aber auch Erscheinungen bei Hautpilz. Auch diese Erkrankung sollte bei Internierung des Igels behandelt werden, da sie sonst zu gravierenden weiteren Infektionen (Abszesse) führen kann und draußen außerdem Fliegen anzieht, die dann Eier auf die betreffenden Stellen legen. Geschlüpfte Fliegenmaden sind meistens das Todesurteil für den Igel.
Ein Befall mit verschiedenen Arten von Milben, die nicht Herbstgrasmilben sind, z.B. Grabmilben, juckt im allgemeinen nicht ganz so sehr. Auch dieser Befall geht oft mit einem Pilz- und/oder Bakterienbefall einher. Ein Milbenbefall erzeugt einen hellgrau-weißlichen, schuppigen Belag an den betroffenen Stellen, der oft zu Haar- bzw. Stachelausfall und entzündeten Sekundärinfektionen führt. Am häufigsten sind die Ohren, der Nasenrücken und die Partie der Stirnstacheln befallen. Bei Milbenbefall sollte der Igel ebenfalls in vorübergehender Gefangenschaft sorgfältig behandelt werden.
Heranwachsende Jungigel kratzen sich häufig, ohne dass sie eine Erkrankung hätten. Die neu durchbrechenden Stacheln während des Igelwachstums scheinen einen Juckreiz auszulösen. Wenn man der Haut nichts ansieht, besteht hier kein Grund zur Beunruhigung.
Pflegeigel, die im Herbst bei Heizungsluft gepäppelt werden, haben gelegentlich sehr trockene Haut, die sich sogar ein wenig schuppen kann. Hier ist eine hilfreiche Maßnahme, den Igel großzügig mit Oliven- oder Kokosöl zu beträufeln oder mit Anibio-Haut-und-Fell-Spray zu besprühen.
